Mutwillig beschädigt … unser Eigentum … und das nach sieben Tagen!!! Dabei hat alles so harmlos angefangen … “Guck mal da, ein Eich-, nee, Streifenhörnchen. Trollig, oder?”

Eine Stunde später haben die Viecher unseren ultimativen Silikonkochtopf beschädigt, weil sie dachten, da wäre noch was Essbares drin. Schön haben sie den Rand angenagt und auch einige Bissstellen beispielsweise an der idealsten aller Möglichkeiten hinterlassen, nämlich am Griff. Haben wir mal nicht gleich das Geschirr abgewaschen und weggeräumt (und hey, am ersten Ruhetag sei das doch erlaubt!), haben wir gleich den Salat. Immer wenn ich jetzt so ein plattgefahrenes Vieh am Straßenrand sehe, beschleicht mich ein leichtes Gefühl …. ähm … lassen wir das!

Das sind also die Tiefs des Radleralltags. Immer schön das Zeug verstauen und am Besten geruchsdicht verschließen, sonst hat man am Ende auch noch Löcher in den Ortliebtaschen. Wenn sich jetzt noch Bären zum Essen einladen, dann wird es erst richtig witzig :-).

Das ist natürlich alles Jammern auf sehr hohem Niveau, denn wenn wir sehen, in welcher Umgebung sich dieser “Überfall mit Sachbeschädigung” abgespielt hat, überkommen einen definitiv Glücksgefühle. Der Campingspot, an dem das Ärgernis geschah, war direkt hinter den Dünen des Pazifiks mit Meeresrauschen als Einschlafmusik :-).

Und überhaupt ist die Küste Oregons für uns bis jetzt der beste Abschnitt der Tour. Wir fahren immer die Küste entlang nach Süden, blicken abwechselnd auf Steilküsten, kilometerlange Sandstrände und sich an der Küste tummelnde Wale, wie beispielsweise heute in Lincoln Bay. Bei solch pittoresken Perspektiven schmerzen die Beine an den teils sehr happigen Anstiegen gar nicht mehr so sehr 🙂 . Und den Rückenwind mit samt bestem Wetter gibt es auch noch dazu. Sunshinestate Oregon: noch nie gehört, aber es trifft zu :-). Schon bei Eintritt nach Oregon wurde direkt nur für uns ein Teil der Brücke nach Astoria gesperrt. Alle Autos durften warten, bis sich die Herde über die Brücke bewegt hatte. Radlerfreundlich sind die Leute hier. Und auch die Infrastruktur ist so schlecht nicht, wenn auch Tunnel und Brücken etwas stressiger und gefährlicher sind, weil der Seitenstreifen fehlt. Aber meistens soll man einen Button zu Beginn drücken und schon bekommen die Verkehrsteilnehmer signalisiert, dass sich Cyclists on the Road befinden. Nicht verkehrt!

Prospektiv, was wird noch kommen? Der Blick auf das Höhenprofil zeigt, dass diese durchaus anspruchsvollen ersten 850 km erst der Anfang waren und das ambitionierte Tagesziel von circa 100 km immer eine Herausforderung werden wird. Küstenstraße heißt hier definitiv nicht: Schön gemütlich rollen lassen, denn es geht meistens entweder hoch oder runter. Naja, niemand hat gesagt, es würde einfach werden … und im Vergleich zu den Anden feiern wir wohl hier ein paar angenehme Kindergeburtstage ;-).

Leider ist Tina nun gesundheitlich etwas angeschlagen und laboriert an einer Erkältung. Das macht das Bergradeln definitiv nicht angenehmer. Wir klopfen auf Holz und hoffen auf schnelle Besserung!

Noch eine unfassbare Begebenheit zum Schluss. Dass man als Reiseradler hier gefragt wird, wo es denn hinginge und wo man herkäme, ist Standard. Auch das positiv gemeinte “crazy” und “amazing” gehört dazu. ABER: Das jemand MEINEN Akzent nett findet!!!! Unfassbar!!! Vielleicht hat die Kassiererin mich auch einfach nur ver…, aber das will ich jetzt mal nicht glauben:-) und lass das so stehen.

So, jetzt haben wir unser Zelt mitten im Wald an einem Fluss stehen, Netz gibt es natürlich keines, aber bei der nächsten Möglichkeit wird hochgeladen.

Jetzt heißt es schlaffen am Rock Creek und Kräfte sammeln für die nächsten Tage. Bald lassen wir Oregon schon wieder hinter uns und nehmen die Küste Kaliforniens unter die Pneus. Wir sind gespannt und werden berichten. Fotos gibt es, wenn mal wieder ordentliches Netz vorhanden ist.

Die Muttons sagen dann mal gute Nacht, während in Deutschland schon wieder die Sonne aufgeht 🙂 Cheers!

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