Wir sind wieder hier, in unsrem Revier! Waren (gefühlt) nie wirklich weg, haben uns aber (nicht nur) versteckt! (Frei nach M. M. Westernhagen)

Dieser Satz beschreibt so ungefähr die aktuelle Situation, mit der wir seit unserer Ankunft hier in Deutschland konfrontiert sind. Es fühlt sich tatsächlich seit der ersten Minute so an, als wären wir nie weg gewesen. Ist dies jetzt beruhigend oder beängstigend? Wie deuten wir diese Zeichen? Ganz ehrlich: wir haben keinen blassen Schimmer.

In good old Germany angekommen, erwartete uns neben dem herzlichen Wiedersehen mit Freunden und Familie vor allem eins, der übliche Alltagsstress. Wo bekommen wir ne Bude her? Bekommen wir ne Bude? Arbeit? Ja, steht an und muss ja auch ;-)! Bude gefunden, Bude einrichten (Ikea macht besonders zur Ferienzeit, und ganz besonders samstags bei schlechtem Wetter enormen Spaß, wenn man auf Kuscheln mit wildfremden Leuten steht, die einem, ihre Kuschelattacke ankündigend, erstmal den Wagen ungebremst in die Hacken fahren, um dann so zu gucken, als wären gerade sie daran nun wirklich überhaupt nicht Schuld … Darauf erstmal nen obligatorischen Hotdog oder ne Bioteigtasche!!!).

In diesem ganzen Gewühle ging irgendwie das Bewusstsein darüber verloren, was wir die letzten Wochen und Monate so getrieben, was wir erlebt, was diese Erlebnisse jetzt eigentlich langfristig für Eindrücke und Folgen hinterlassen haben. Wir merken allerdings, dass dieser Prozess sich jetzt langsam Bahn bricht, sei es, um der neuen Alltagsdynamik einen satten Kontrastpunkt zu setzen oder einfach, weil mit der wachsenden zeitlichen Distanz die Einordnung und „Deutung“ (vielleicht ein zu großes Wort dafür ;-)) des Ganzen deutlich leichter fällt, sich geradezu aufzudrängen vermag.

Wollen wir uns dem entgegenstellen? WARUM SOLLTEN WIR?!

Wir machen keinen Hehl daraus, dass es auch ein gutes Gefühl war, wieder in Deutschland zu landen. Die Annehmlichkeiten, die einem hier tagtäglich gegeben sind, waren uns vorher schon bewusst, wurden uns aber immer wieder auf unserem Trip bestätigt. Lebensmittel sind gut und (zu?) billig (SCHWARZBROT!!!!!), Behausungen solide, das Trinkwasser verdient den Namen, Wohlstand ist in hohem Maß vorhanden und absolute Armut ein Fremdwort. Die Einreise als europäischer Deutscher/deutscher Europäer? Einfach, einfach genial einfach! Im Gesicht bereits erkennbare Freundlichkeit der Menschen? Naja, alles kann man nicht haben, gelle? 😉

Ein Spaß der besonderen Art lag darin, sich in Deutschland wieder zurückzumelden. Der erste Behördengang, eine Realsatire vom Feinsten. Eine Stadt im fernen Osten, freitags um halb zehn Uhr morgens.

Mister Mutton betritt nach einer überraschend kurzen Zeit im Wartebereich des Bürgerbüros das Zimmer von Sachbearbeiterin XYZ.

Mister Mutton: „Guten Morgen! Ich würde mich gern aus dem Ausland zurückmelden.

Sachbearbeiterin XYZ: „So einfach ist das aber nicht!“

(schon jetzt genial, oder?!) 

Sachbearbeiterin XYZ: “ Seit 2015 gibt es ein Gesetz, wonach der Wohnungsgeber bestätigen muss, dass Sie auch wirklich da wohnen, wo Sie angeben zu wohnen!“

Mister Mutton: „Ja, das ist einfach. Ich wohne vorübergehend bei meinen Eltern, bis ich eine neue Wohnung gefunden habe. Die können das bestätigen. Kann ich diese Bestätigung später vorbeibringen? Denn ich würde heute gern noch ein KFZ auf mich zulassen, um hier das weitere Ankommen zu organisieren.“

Sachbearbeiterin XYZ (ernster Behördenblick): „Nein, das geht so nicht! (tendenziell falsche Aussage) Wohnen Sie überhaupt wirklich da?“

Mister Mutton (leicht ahnend, dass hier heute etwas nicht so läuft, wie es geplant gewesen ist): „Also wissen Sie, klar wohn ich da. Es sind meine Eltern und ich bin gerade aus dem Ausland wiedergekommen! Und ich muss heute wirklich noch das Auto anmelden, weil noch Wege zu erledigen sind.“

Sachbearbeiterin XYZ: „Tja, aber so einfach geht das nicht!“ (Im Osten nix Neues!)

Mister Mutton (ratlos und ernst dreinblickend): „Und jetzt? Wie können wir vielleicht eine Lösung finden?!“

Sachbearbeiterin XYZ: „Waren Sie schon einmal hier gemeldet?“

Mister Mutton: „Ja, diese Stadt ist mein Geburtsort.“

Sachbearbeiterin XYZ: „Ich schau mal in den Computer.“

Besser wäre vielleicht der Blick auf den Monitor, aber wer will den kleinlich sein 🙂 

Sachbearbeiterin XYZ: „Ah, hier steht, sie sind ledig.“

Mister Mutton (nichtsahnend): „Nein, das stimmt nicht mehr. Ich bin verheiratet. Ist auch alles im Bürgerbüro einer kleinen Stadt „drüben“ aktenkundig.“

Sachbearbeiterin XYZ: „Na dann brauchen wir als Nachweis die Heiratsurkunde.“

Mister Mutton (laut auflachend, weil er langsam denkt, er wird verar….): „Gute Frau, wie stellen Sie sich das vor? Das Zeug liegt im Keller von Freunden, die in der kleinen Stadt wohnen. Und überhaupt: Das Bürgerbüro in dieser kleinen Stadt hat dies in der EDV erfasst.“

Sachbearbeiterin XYZ: „Was die da drüben machen, können wir hier nicht sehen.“

Mister Mutton („leicht“ ungehalten): „Das ist jetzt nicht Ihr Ernst?! Im 21. Jahrhundert sieht die eine Behörde nicht, was die andere macht, obwohl der Staat nicht wenig über seine Bürger weiß?!?!?“

Sachbearbeiterin XYZ: „Ich sehe Ihnen an, dass Sie mit der Situation unzufrieden sind. Aber ich kann Ihnen an der Stelle hier nicht helfen. Bitte gehen Sie jetzt!“

Rausschmiss!!! (Mehr oder weniger!) – Darf doch alles nicht wahr sein… Problem- oder Lösungsorientierung? Tja, wenn das nun mal so Vorschrift und Procedere ist… Wehe dem, der davon abweicht. Wo kämen wir denn hin… !!!

Ein paar Tage später in einer kleinen Stadt – in fünf Minuten war das Ding gegessen! Reibungslos! Tja… So kann es wohl dann auch gehen.

Anyway – Wo waren wir? Ach ja, das hiesige Blog nähert sich inhaltlich sukzessive dem Ende, allerdings sind zukünftig ein paar Reflexionen zur Reise, zu den gewonnenen Eindrücken geplant, die hier publiziert werden sollen.

Bei Interesse einfach dran bleiben. Könnte vielleicht interessant werden.

Eines steht jetzt schon fest: bei all der Meckerei über die argentinische Steppe fühlen sich die Erfahrungen retrospektiv mit gesundem Abstand gar nicht mehr so schlecht an.

Howdie – stay tuned und bis demnächst!

Die Muttons.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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