Muttons an Erde! Wir melden uns aus unseren Sätteln zurück und verweilen gerade 68 Radelkilometer, nein: Meilen von der “Stadt des Grauens” entfernt in einem für Hiker und Biker idyllischen Statepark direkt am Meer. Morgen also Hauen und Stechen, sofern die uns begegnenden Reisenden, teilweise mit einem Baseballschläger oder Bärenspray am Rad ausgestattet, recht haben…

Vorweg vielleicht schon mal die Info zum Rätsel: Es gibt EINEN Gewinner! 🙂

Allerdings hat keiner von denen gewonnen, die am Rätselraten teilgenommen haben. (Potential für ein neues Rätsel? 😉 )

Eure Geschichten haben uns sehr amüsiert und boten Kurzweile. Sie waren mehr oder weniger alle an der Wahrheit dran :-)! So reisten wir nach Vegas mit dem Ansinnen, alle TeilnehmerInnen des Quiz’ an unserem sicher üppigen Gewinn partizipieren zu lassen. Naja, so der Vorsatz. Im Ceasars Palace gingen wir auf’s Ganze. Teilt man aber Null durch eine beliebige Zahl, bleibt leider die Null stehen! Jetzt ist auch klar, wer gewonnen hat :-(! Egal. Der Olympische Gedanke zählt und die Chance gehabt zu haben, abzuräumen, ist ja auch schon was!

Des Rätsels Lösung vielleicht noch, Mister Mutton? Mmmh, im Prinzip bediene ich das Smartphone als Navigationsgerät mit der linken Hand. Im Schweiße meines Angesichts machte ich den touchscreenfähigen Radhandschuh in Windeseile unbrauchbar und schickte ihn enerviert in die Kurzarbeit mit Langzeiturlaub… Die Realität ist also weniger spektakulär als Eure Geschichten. Genau so haben wir uns das gedacht und gewünscht! Sauber!!!

Herzlichen Dank dafür!

Sehnten wir uns auch gestern, endlich wieder im Sattel zu sitzen, war der Roadtrip ein gelungenes und absolut richtiges Projekt. über 1200 Meilen und gefühlt mindestens genauso viele Stunden standen gestern gegen 11 auf der Uhr, als wir den Mietwagen am Flughafen in Santa Barbara abgaben. Wir starteten drei Tage vorher (nach einer urbanen Wanderung zur Mietwagenstation und einer logistischen Meisterleistung beim Verstauen unseres Krempels im Pseudo-SUV) stilecht über die Terrassen San Franciscos (genial!) und die Golden Gate Bridge (genial!) gen Lake Tahoe nordöstlich von unserem Startpunkt. Allerdings standen erstmal zahlreiche Langeweile-Freeway-Stau-Kilometer, sorry: Meilen, auf dem Programm und wir vernichteten gegen Ende hin zahlreiche Höhenmeter und ein einziges Brennen in den Beinen, um auf circa 1900 Meter über Null im Bärengebiet kurz vorm Lake Tahoe in der beginnenden Dunkelheit unser Zelt aufzuschlagen. Puh, den Roadtrip hatten wir uns eigentlich anders vorgestellt und sch… nochmal ist da Land groß, die Distanzen leicht zu unterschätzen…

Am nächsten Tag stand dann als Finale Vegas auf der Agenda! Start gegen 8 Uhr morgens, Ankunft: 22 Uhr bei straffer Fahrweise. Alter Schwede! ABER: Der Weg war hier definitiv mit das Ziel. Grandiose Landschaften wurden uns geboten: Zur rechten Hand führen wir auf dem Highway 395 am Yosemite vorbei, bewunderten die schroffe Bergwelt, kombiniert mit der Wüste auf der anderen Seite und strahlendblauem Himmel, um ein “wenig” später bei 111 Grad Fahrenheit im Death Valley zu stehen und mit der untergehenden Sonne und Staubwolken straff gen Vegas zu düsen! Grandios!

Völlig platt aber auch begeistert brachen wir gegen 22:30 Uhr von unserem Motel (direkt auf der Casinomeile) ins nächtliche Getümmel auf. Schnell gaben wir das Motto: “Der Ballermann der Wüste” aus. Alle und alles gesellte sich auf dieser Straße zusammen, in allen denkbaren psychischen und physischen Zuständen. Umrahmt wurde das Ganze von einer durchaus beeindruckenden Lichterkulisse, die die Szenerie wohl dann auch angenehm skurril erscheinen ließ.

Zur legendären Springbrunnenlichtermusikshow am Bellagio verweilend, verspeisten wir unser nahrhaftes Junkfood-Sandwich und ließen die Kulisse auf uns wirken.

Weiter! Ceasars Palace! Das Ergebnis kennt Ihr schon! Das Video wird nachgeliefert!

Drei Stunden später und dann doch etwas angenervt von der angewachsenden Skurrilität schlossen wir unsere Moteltür hinter uns mit dem Vorsatz, am nächsten Morgen sehr zeitig aufzustehen, um den Hoover-Damm und den Grand Canyon abzuhaken. Naja, Vorsätze halt… Der Hoover-Damm wurde von uns in Augenschein genommen, den Grand Canyon besuchen wir das nächste Mal 😉 Sch… ist das Land groß!!! Es lagen noch viele Kilom…, sorry: Meilen! gen Westen vor uns und wir setzten nun die Mojave-Wüste mit den Joshua-Trees auf die Agenda! Voller Erfolg! Stark beeindruckt und begeistert konnten wir nach den zahlreichen Fotostops den Staub beim Anfahren aufwirbeln, immer mit dem Vorsatz, dies sei erstmal der letzte Halt, denn wir hatten dieses straffe Zeitkorsett. Mmmh. Vorsätze!!!

“Wenige” Fahrstunden später gaben wir die Karre, wenig erholt, aber definitiv beeindruckt von der Schönheit und Weite des amerikanischen Westens in Santa Barbara ab und konnten nun bei herrlichem Wetter, Rückenwind und relativ ebenem Terrain noch “ein wenig” gen Süden radeln.

Die Strände reihen sich genauso aneinander, wie die Autos und RVs der Strandbesucher und so spulen wir Kil…, Meile für Meile ab und werden morgen das vermeintlich unsichere LA noch unsicherer machen. Über 2000 km (sic!) und 18000 hm bergauf haben wir dann im Sattel verbracht. Dies sollte als Grundlage für die Anden reichen. Mindestens muss es das! 🙂

Drei Tage werden wir in der Stadt der Engel verweilen, Klamotten waschen, Flugvorbereitungen treffen (das wird ein Spaß), bissl gucken und einfach mal entspannen, denn am 18.8. geht es dann richtig los! Südamerika, vor dem viele Amerikaner gehörige Angst zu haben scheinen (Angst scheint hier überhaupt eine nicht unwesentliche Rolle zu spielen, beispielsweise wahrnehmbar an vielerlei Gefahrenhinweisen oder Ausrüstungsgegenstände. Dem Umsatz wird es nicht schaden!), wartet auf uns.

Wir sind sehr gespannt und üben uns in Gelassenheit. Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt!

Cheers sagen die Muttons, die die Fotos nachliefern, sobald es wieder eine gescheite Internetverbindung gibt.

Advertisements